Für Schweizer Unternehmen hat Cloud Repatriation eine besondere strategische Bedeutung. Der geltende regulatorische Rahmen schreibt einen äusserst strengen Umgang mit personenbezogenen und sensiblen Daten vor, mit strengeren Anforderungen an die Nachverfolgbarkeit und die Meldung von Datenschutzverletzungen. In der Schweiz haben die Datenschutzbehörden kürzlich starke Vorbehalte gegen die Nutzung von SaaS-Cloud-Diensten grosser internationaler Anbieter durch öffentliche Einrichtungen für besonders sensible Daten geäussert – ein klares Signal an den privaten Sektor für die Bedeutung der digitalen Souveränität.
Laut einer Umfrage des BFS würden 58 % der Schweizer Unternehmen die Abhängigkeit von Hyperscalern als grösstes Sicherheitsrisiko nennen, doch die Mehrheit verfügt weder über strukturierte Exit-Pläne in ihren Verträgen noch über die erforderlichen Kompetenzen, um Migrationen zu bewältigen. Dies schafft eine Risikosituation: Das Bewusstsein für die Abhängigkeit ist vorhanden, konkrete Strategien zu ihrer Reduzierung fehlen jedoch.
Deshalb setzen immer mehr Schweizer Unternehmen auf hybride Architekturen, bei denen kritische und regulierte Workloads, beispielsweise solche, die im Finanzbereich den FINMA-Anforderungen unterliegen, auf souveränen Infrastrukturen innerhalb der Schweiz betrieben werden, während weniger sensible Anwendungen weiterhin die globale Public Cloud nutzen. Dieser Ansatz erfordert sowohl technische als auch regulatorische Kompetenzen und damit eine sorgfältige Planung, die es ermöglicht, Effizienz, Kontrolle und regulatorische Compliance miteinander in Einklang zu bringen.